” Ich stellte einem Sozialunternehmer via E-Mail einmal folgende Frage: “Warum arbeiten Sie immer an solchen Projekten? Warum versuchen Sie nicht einfach, eine Menge Geld zu machen?”
Einen Monat wartete ich auf seine Antwort. “Ich vermute, die Antwort hat so lange auf sich warten lassen”, begann er, “weil ich Ihnen unbedingt eine gute Antwort schicken wollte.” Weiter hieß es:
Ich versuche einen kleinen Teil jener Welt zu verwirklichen, in der ich gerne leben würde. Für mich ist ein Projekt nur sinnvoll, wenn es geeignet ist, Menschen glücklicher zu machen und zur Erhaltung der Umwelt beizutragen, und wenn es die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nährt. Das ist die Seele meiner Projekte.
In der Rückschau habe mir oft genau die gleiche Frage gestellt – weil es Dinge gibt, die leichter zu bewältigen sind. [...] Außerdem glaube ich, dass Ausdauer und Zielstrebigkeit Tugenden sind, und es macht mir Freude, mich davon zu überzeugen, dass ich sie besitze.
An Projekten von dieser Art zu arbeiten heißt, von einer neuen Welt zu träumen. Meine Projekte nähren meinen Glauben, dass die Menschen harmonisch zusammenleben können, ohne Not. Bei der Intelligenz, den Kenntnissen und der Kultur, über die wir verfügen, müssen wir die Umwelt nicht zerstören, um Neues zu schaffen. Wenn Menschen zusammenarbeiten, sind sie mächtig, herrscht Freundschaft. Am Ende erwarten uns Frieden, Harmonie, Ruhe und Optimismus.
[...] Wir müssen Veränderungen in Gang bringen und bewirken. Selbst wenn die Inspiration romantisch ist, so verlangt sie doch konkrete Ergebnisse, eine veränderte Wirklichkeit.
[...] Projekte zu entwickeln, sie zu verwirklichen, mit ihnen Erfolg zu haben, mitzuerleben, wie Träume wahr werden, das ist Glück. Geld vereinfacht die Sache nur.
Aus all diesen Gründen arbeite ich so und nicht anders. ich bin ein Sklave meiner Träume und Ideen. Das ist alles.”
Aus: David Bornstein, Die Welt verändern – Social Entrepreneurs und die Kraft neuer Ideen